Wärme- und Kälteanwendungen

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Wie schon bei den Wasseranwendungen beschrieben, kann man mit Wärme und Kälte sehr gute Heilwirkungen erzielen.

Sowohl Hitze als auch Kälte fördern die Durchblutung.

Nachfolgend werden Kälte und Wärmeanwendungen beschrieben, die nicht in den Bereich der Wasseranwendungen gehören (siehe Wasser-Anwendungen).

Anwendungsgebiete für warme Anwendungen

Hitze wirkt entkrampfend und beschleunigend auf Heilungsvorgänge. Sie eignet sich beispielsweise zur Behandlung von Muskelverkrampfungen und vielen Problemen der Bauchorgane.

Hier einige Beispiele für Anwendungsgebiete, bei denen Wärme hilft:

·         Blähungen

·         Blasenentzündung

·         Darmkrämpfe

·         Gallenkolik

·         Hexenschuss

·         Knieschmerzen, wenn Wärme gut tut

·         Kopfschmerzen durch Nackenverspannungen

·         Muskelkater

·         Nackenschmerzen

·         Periodenkrämpfe

·         Rheuma

·         Rückenschmerzen

·         Verspannungen

Anwendungsgebiete für kalte Anwendungen

Kälte wirkt schmerzlindernd und sie verringert Schwellungen. Dadurch eignen sich Kälteanwendungen zur Behandlung von frischen stumpfen Verletzungen wie Verstauchungen und Prellungen.

Kälte wirkt aber auch durchblutungsfördernd, sodass eine indirekte Wärmewirkung von innen heraus entsteht. Das ermöglicht weitere Anwendungen von Kälte.

Hier einige Beispiele für Anwendungsgebiete, bei denen Kälte hilft:

·         Beulen

·         Blaue Flecken

·         Insektenstiche

·         Kopfschmerzen

·         Knieschmerzen bei heißem Knie

·         Migräne

·         Nasenbluten

·         Prellungen

·         Verstauchungen

·         Zahnschmerzen (z.B. nach dem Zähneziehen)

Wärmflasche

Die Wärmflasche ist ein Klassiker unter den Wärmeanwendungen. Mit ihr kann man zahlreiche Gesundheitsbeschwerden lindern.

Bei den meisten Arten von Bauchschmerzen kann eine Wärmflasche schnelle Besserung bringen. Man legt die Wärmflasche einfach auf den Bereich des Bauches, der schmerzt. Auch gegen Rückenschmerzen kann eine Wärmflasche oft helfen, denn die meisten Rückenschmerzen hängen mit verkrampften Muskeln zusammen. Dazu legt man sich auf die Wärmflasche oder steckt die Wärmflasche in eine Stofftasche, die man an der Stuhllehne befestigt.

Natürlich hilft eine Wärmflasche auch gegen kalte Füße und zum schnellen Aufwärmen bei Unterkühlung.

Eine Wärmflasche sollte man mit heißen, aber nicht kochendem Wasser füllen. Sie sollte nicht prall voll sein, sondern nur leicht gefüllt. Am besten umwickelt man sie mit einem dünnen Handtuch, damit die Hitze sanft wirken kann.

Gelpackungen - Gelkompressen

Für Wärme- und Kälteanwendungen gibt es seit einigen Jahren sogenannte Gelpacks, auch Kaltwarm-Kompresse genannt. Das sind wiederverwendbare Plastikbeutel, die eine meist blaue Gelmasse enthalten.

Je nach Bedarf kann man diese Kompressen erhitzen oder abkühlen.

Erhitzen:

Zum Erhitzen legt man die Kompresse einige Minuten in heißes Wasser (ca. 80°C). Anschließend nimmt man die Kompresse mithilfe einer Greifzange o.ä. aus dem heißen Wasser.

Oder man legt die Kompresse in die Mikrowelle und schaltet sie auf niedrigster Stufe (Auftaustufe) für 1-3 Minuten ein.

Danach muss man unbedingt die Temperatur der Kompresse überprüfen, denn sie sollte nicht zu heiß sein.

Abkühlen:

Im Kühlschrank kann man die Kompresse abkühlen, sodass sie angenehm kühl wird.

Dazu muss sie mehrere Stunden im Kühlschrank liegen.

Einfrieren:

Um eine starke Kühlwirkung zu erreichen, kann man die Kompresse einfrieren. Dazu legt man sie mehrere Stunden ins Eisfach, bis sie gefroren ist.

Anwenden:

Vor der Anwendung steckt man die Kompresse in den meist mitgelieferten Stoffbeutel oder wickelt sie in ein dünnes Tuch.

Dann legt man die Kompresse auf die zu behandelnde Stelle.

Wenn die Wärme- bzw. Kältewirkung nachlässt, beendet man die Anwendung. Bei Bedarf kann man die Anwendung wiederholen.

Wärmepflaster

Wärme kann man auch durch wärmende Pflaster wirken lassen.

Solche Wärmepflaster eignen sich vor allem zur Behandlung von Verspannungen von Rücken oder Nacken.

Mithilfe solcher Pflaster kann man die Heilungszeit, beispielsweise eines Hexenschusses, deutlich verkürzen.

Wärmepflaster enthalten Substanzen, die hautreizend wirken und dadurch eine Wärmewirkung erzielen.

Wer eine sehr empfindliche Haut hat oder empfindlich auf intensive Anwendungen reagiert, kann eventuell Probleme mit solchen Wärmepflastern bekommen. Für die meisten Menschen sind sie jedoch gut verträglich.

Das Wärmepflaster wird auf den verkrampften Körperbereich aufgeklebt. Dort bleibt es mehrere Stunden, je nach Gebrauchsanleitung des jeweiligen Pflasters.

Wärmegürtel

Alternativ zum Pflaster gibt es auch Gürtel, die sich selbst erwärmen und nicht über einen Reizstoff wirken.

Solche Gürtel, die es auch zum Aufkleben für den Nacken gibt, kann man anwenden, wenn man die Pflaster nicht verträgt, oder mit der Wärmeanwendung zwischendrin kurz pausieren will, denn man kann den Wärmegürtel abnehmen und später wieder anlegen.

Die Wärmewirkung solcher Gürtel hält etwa acht Stunden an. Danach wird der Gürtel allmählich wieder kälter.

Wärmegürtel sind eine sehr angenehme Möglichkeit, um beispielsweise einen Hexenschuss zu behandeln.

Sie sind jedoch nicht ganz billig. Die Alternative zu Wärmegürteln sind warme Gel-Kompressen, die jedoch mehr auftragen als die dünnen Gürtel und auch nicht so lange wärmen.

Wärmecreme

Zur Wärmeanwendung über die Haut gibt es auch wärmende Cremes. Diese Cremes enthalten Wirkstoffe, ähnlich wie die Pflaster, die die Haut so reizen, dass sie sich erwärmt.

Es gibt Wärmecreme verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Wenn man eine Creme nicht verträgt, kann man es mit einem Alternativ-Produkt versuchen. In Drogerien werden relativ sanft wirkende Wärmecremes angeboten, in Apotheken erhält man stärker wirkende.

Eine Wärmecreme wird dünn auf die zu behandelnde Stelle aufgetragen und einmassiert.

Danach sollte man sich die Hände sehr gründlich waschen, denn sonst erhitzt sich auch die Hand. Außerdem kommt ohne Waschen alles, was man anfasst, mit der Creme in Berührung, was zu unerwünschten Effekten, z.B. Augenreizung, führen kann.

Einige Minuten nach dem Auftragen wird der eingecremte Bereich immer wärmer.

Die Wärmewirkung hält meistens mehrere Stunden an.

Sicherheitshalber sollte man die Wirkung solcher Wärmecremes erst an einer kleinen Hautstelle ausprobieren, bevor man größere Bereiche damit eincremt.

Eiskühlung

Eispackungen können gut helfen, wenn man sich frisch verletzt hat. Bei Verstauchungen. Prellungen und Quetschungen verringern sie die Schwellung. Auch bei manchen Insektenstichen können sie helfen. Manche Arten von Kopfschmerzen werden gelindert, wenn man eine Eispackung auf Stirn und Schläfen legt.

Für die Eiskühlung kann man einen Plastikbeutel mit Eiswürfeln füllen, gut verschließen, mit einem dünnen Tuch umhüllen und auf die zu behandelnde Stelle legen.

Wenn die Kühlwirkung nachlässt, kann man bei Bedarf neue Eiswürfel verwenden.


 



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